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Frost: Trotz hohen Verbrauchs bitte weiterheizen

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Seit Wochen Frost, Eis und Schnee ... noch ist kein Ende des Winters in Sicht. Diese Kälte treibt die Heizkosten in die Höhe. Experten rechnen mit 15 % höherem Heizenergieverbrauch, und dementsprechend höheren Ausgaben. Trotzdem ist es falsch, jetzt weniger zu heizen - das kann Sie noch teurer zu stehen kommen!

Trotz Frost und gestiegenen Heizkosten: Nicht an der Heizung sparen!

Foto: CO2 online

Laut Verband privater Bauherren sei es zum Beispiel "grundverkehrt", die Heizung nachts abzustellen. Dann sinkt die Temperatur gefährlich ab. Schlecht isolierte Leitungen können einfrieren, beispielsweise im Keller oder im Dachgeschoss. Das Abstellen der Heizung bringt auch keine Ersparnis, denn es dauert morgens umso länger, das Haus wieder aufzuheizen.

"Im Winter sollten Hausbesitzer auch auf ihre Kellerräume achten. Häufig steht in der Waschküche ganzjährig das Fenster auf, damit Feuchtigkeit und Dunstschwaden abziehen können. Wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, können Wasserrohre platzen. Wer verreist, der sollte die Heizung auf keinen Fall zu weit herunterdrehen. Sechzehn Grad sollten auch im vorübergehend unbewohnten Heim immer herrschen", erklärt Rüdiger Mattis vom Verband. Aber auch die Wohnräume sollten auf mindestens 17 Grad erwärmt werden.

Damit  man trotzdem nicht angesichts der nächsten Heizkostenabrechnung einen Kostenschock erhält, gibt es einige Tipp und Tricks.

Heiz- und Spartipps, denn auch Sparfüchse mögen es warm 

Lüften, aber richtig

Nie die Fenster dauerhaft gekippt lassen. Mehrmals am Tag für einige Minuten ganz die Fenster öffnen ("Stoßlüften"). Und keine Angst, dass Sie die Wärme hinauslassen - ein Luftaustausch muß sein. Heizungsluft ist trocken und wird als kälter empfunden, als neu hereingekommene Frischluft. Diese fühlt sich nach einigen Minuten geschlossener Fenster viel wärmer an.

Undichte Stellen schliessen

Undichte Fenster und Türen lassen Kälte ins Haus. Ebenso können einige Steckdosen durch den Leitungsschacht kalte Luft hineinlassen. Im Zweifelsfall machen Sie den Test mit einer brennenden Kerze, die bei Zugluft anfängt zu flackern. Schliessen Sie undichte Stellen mit Abdichtband. Oder mit "Zugluftstoppern" in Plüschform. Sehen lustig aus, helfen sparen und können im Sommer schnell / ohne Rückstände entfernt werden.

Zimmerpflanzen machen es warm

Das haben Sie noch nie gehört? Indirekt stimmt es aber. In Räumen mit Zimmerpflanzen herrscht durch eben diese höhere Luftfeuchtigkeit ... und feuchtere Luft wird als wärmer empfunden.
Übrigens: Achtung beim Stoßlüften - Zimmerpflanzen nicht dem direkten Kältezug aussetzen, das nehmen sie sehr übel.

Heizkörper nicht verdecken oder zustellen

Keine Möbel, Schränke oder dicken Vorhänge vor Heizkörper! Damit wird zuviel Wärme (heiße Luft) abgefangen, die nicht ins Zimmer zirkulieren kann.

Nicht alle Zimmer gleich warm heizen

 

Es muss nicht in allen Räumen die gleiche (hohe) Wohlfühltemperatur herrschen. In der Küche und im Schlafzimmer können es ruhig ein paar Grad kälter sein. Achten Sie aber darauf, die Türen zwischen besser und schlechter geheizten Räumen (bis aufs Lüften) geschlossen zu halten.

Thermostate überprüfen

Stimmen die eingestellten Werte mit den tatsächlichen Heizleistungen überein? Falls nein, besorgen Sie sich neue Thermostate (gibt es in verschiedenen Versionen, einfach zu Montieren. Notieren Sie sich vor Kauf, welches System sie an Ihrer Heizung haben). Falsch arbeitenden Thermostate gaukeln Ihnen nicht vorhandene Souveränität über Ihre Heizleistung vor.

Nachts Rolläden und Vorhänge schliessen

Das bringt zur kältesten Zeit zusätzliche Wärmedämmung. 

Heizkörper entlüften

Gluckert Ihr Heizkörper? Dann ist Luft drin; dadurch heizt er schlechter und verbraucht mehr Energie als nötig. Hier hilft ein Entlüfterschlüssel (gibt es im Fachhandel und Baumarkt), mit dem an jedem Heizkörper die Luft abgelassen werden kann.

Und zu guter Letzt noch unser Geld-Magazin.de-Tipp, den wir von einem Wärmeingenieur erhalten haben:

Wärme des Wannenbades ausnutzen

Wenn Sie / Ihre Familie gebadet hat, dann das Wasser nicht ablassen! Es hat in der Regel runde 35 Grad Wassertemperatur. Und diese Wärme wird an die Luft abgegeben. Also das Wasser in der Badewanne stehen lassen, bis es auf Raumtemperatur abgekühlt ist. Die abgegebene Wärme heizt das Bad und die umliegenden Räume auf.

Langfristig hilft aber nur Modernisierung und gute Dämmung

"Änderungen im Nutzerverhalten – etwa das Runterregeln der Thermostate oder das Abdichten der Fenster – können zur Entlastung bei den Heizkosten beitragen. Doch langfristig helfen oft nur Modernisierungen am Gebäude", so Stefanie Jank von der Kampagne Heizspiegel / CO2 online.

Ob Ihre Heizkosten angemessen sind, also Ihr Gebäude wärmetechnisch in Ordnung ist oder Optimierungsbedarf besteht, können Sie schnell und unverbindlich mit dem Heizenergieverbrauchsrechner online prüfen.

Ansonsten hilft als Trost nur die Bauernregel: "Ist Fastnacht weiß, blüht an Ostern schon der Reis."

Geld-Magazin.de, 15.2.2010

 


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