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LBS oder doch lieber www?

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Rubrik: Aktuell

 

Und weiter geht es mit unserer kleinen Serie: Kürzel, die kein Schwein kennt .... Heute: LBS, SWIFT, SEPA, SWAP. Fast alle aus der Finanzwelt, oft gelesen, aber was heißen sie nun wirklich?

LBS, SEPA, SWIFT, SWAP - kennen Sie diese Kürzel?

LBS - ein Kürzel, zwei Bedeutungen

Die erste ist einfach und seit Jahren gelernt: LBS steht für Landesbausparkassen, also die Bausparkassen der Sparkassen in den jeweiligen Bundesländern. Jedenfalls war es früher so, heute gibt es aufgrund diverser Fusionen ingesamt noch 10 Landesbausparkassen (oder salopper LBSen).

Die zweite Bedeutung kommt aus der Handywelt: LBS steht dort für Location based Services. Darunter versteht man standortbezogene Dienste / Angebote für den Mobil-Nutzer. Also zum Beispiel nach Eingabe der Postleitzahl werden alle Restaurants in der Umgebung, wo man sich gerade befindet, angezeigt. Das ist schon fast "altmodisch", denn heutzutage weiß das mobile Endgerät (bei all den i-Phones, Communicators und Blackberries von "Handy" zu sprechen, ist ja fast eine Herabwürdigung) schon über GPS, wo man sich befindet, und kann automatisch solche LBS aufspielen. Beispielsweise, wo die nächste U-Bahn oder der nächste Taxistand ist ... wenn man die entsprechende "App" geladen hat.

SWIFT

Dieses Kürzel gibt es schon seit 1973, es steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Damit ist eine Gesellschaft, eine Kommunikationsstandardisierung gemeint, die die Nachrichten der Kreditinstitute und Finanzdienstleister weltweit untereinander organisiert. SWIFT transportiert Nachrichten wie zum Beispiel Zahlungen und Auszüge, führt aber selbst keine Konten.

SEPA

Damit ist der einheitliche Euro-Zahlungsraum gemeint, englisch Single Euro Payments Area. Mit diesem Projekt sollen bargeldlose Zahlungen innerhalb der Teilnehmerländer so standardisiert werden, dass es für die Bankkunden keine Unterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen mehr gibt. Einfach gesagt, aber ein hehres Ziel. Neben den unterschiedlichen Rechtsbedingungen müssen auch die technischen und organisatorischen Voraussetzungen der einzelnen Länder angepaßt werden, langfristig soll es keine unterschiedlichen nationalen Zahlungsverkehrssysteme mehr geben. Derzeit sind 32 Staaten an SEPA beteiligt, auch Länder, die den Euro derzeit noch gar nicht haben. Für die privaten Bankkunden hat SEPA bisher zum Beispiel die erfreuliche Auswirkung, dass Überweisungen innerhalb Europas seit November 2009 sehr viel schneller als früher ausgeführt werden müssen.

SWAP

Das wiederum ist ein Begriff, mit dem ein Börsengeschäft gemeint ist. Nämlich das Tausch (englisch to swap) von zukünftigen Zahlungsströmen. Die Bekanntesten sind Zinsswap und Währungsswap. Beispiel eines Währungsswaps: Schmidt zahlt heute an Meier 100 Mio. Euro, Meier gleichzeitig an Schmidt 135 Mio US-Dollar (Wechselkurs heute wäre demnach 1 Euro = 1,35 US-Dollar). Laufzeit 3 Jahre, innerhalb der Laufzeit zahlt Schmidt an Meier Zinsen in US-Dollar für die 135 Mio, Meier an Schmidt die jeweils vereinbarten Zinsen in Euro für die 100 Mio. 2013 zahlt dann Schmidt an Meier die 135 Mio US-Dollar zurück, Meier an Schmidt die 100 Mio Euro ... zum dann gültigen Wechselkurs.
Und was hatten jetzt beide davon? Das Geschäft wird über die unterschiedlichen Zinssätze und die sich im Verlauf der 3 Jahre geänderten Wechselkurse gemacht.

Soweit alles klar? Dann geht es nächste Woche weiter mit BIC, IBAN, BLZ, und BHKW .....

Und hier noch einmal die erste Folge: Schweine in der Finanzwelt.

Geld-Magazin.de, 3.3.2010


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