Girokonto: Zahlen Sie nicht zuviel Kontogebühren
Es gibt doch inzwischen so viele Gratis-Girokonten, warum zahlen denn dann überhaupt Kunden vor allem bei Filialbanken und Sparkassen bis zu mehreren Hundert Euro im Jahr Kontogebühren? Und dann vielleicht auch noch für das Geldabheben extra?

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Ganz einfach: nur jeder Dritte weiß nach einer Studie von TNS Infratest überhaupt, wieviel Kontogebühren er zahlt. Gefühlt / geschätzt werden oft wesentlich weniger, als die tatsächliche Höhe. Wissen Sie es auf Anhieb?
Das ist ein Grund, der andere liegt oft in der Bequemlichkeit: viele Kunden scheuen den mit einem Wechsel der Girokonto-Bank verbundenen Aufwand. Viele Personen wollen über die neue Bankverbindung informiert sein, damit Abbuchungen nicht ins Leere laufen. Andererseits: viele Banken stellen Neu-Girokontoinhabern Vordrucke zur Verfügung, oder übernehmen gar ganz die Information sowie das Porto.
Und auch, dass nur Direktbanken kostenlose Girokonten anbieten, stimmt so nicht.
FINANZtest hat dazu gesagt (Heft 07/2009): "Spitze. Kostenlos für jedermann ist das Konto der norisbank, inklusive ec- und Kreditkarte. Filialkunden können es genauso nutzen wie Online-Kunden. Auch viele regionale PSD-Banken bieten solche Gratiskonten mit Karte an."
Bei den Direktbanken wurden die kostenlosen Girokonto-Angebote der ING DiBa, comdirect und Wüstenrot Bank hervorgehoben.
Das DKB-Konto, das in den letzten Jahren massiv "im Markt abräumte", hätte zwar hervorragende Konditionen; für die kostenlose ec- und VISA-Karte sei allerdings Bonität Voraussetzung. Dafür bietet es mit aktuell 2,05 % Guthabenzins p.a. auch eine sehr gute Alternative zu "Girokonto und Tagesgeldkonto separat" (inklusive lästigem Hin- und Herbuchen mit Zeitverlust).
Neben dem Augenmerk auf günstige Gebühren (am besten natürlich gar keine!) sollten Sie auch auf Sicherheit achten. Hier ist die netbank mit ihrem - ebenfalls kostenlosen Giro Loyal vorbildlich: hier haftet die Bank bei eventuellem Mißbrauch und müßte im Schadensfall dem Kunden sein Verschulden beweisen. Die Regel ist - leider - genau umgekehrt: generell muß sonst der Kunde im Mißbrauchsfall seine Unschuld beweisen.
Tipps zum Kontowechsel:
- Prüfen Sie in Ruhe, was Ihnen wichtig ist: brauchen Sie oft Bargeld, also möglichst viele Geldautomaten, möglichst nah?
Brauchen Sie den persönlichen Kontakt vor Ort zum Berater, oder reicht der Kontakt per Mail / Telefon?
Können und wollen Sie alle Bedingungen zur Kontoeröffnung erfüllen (regelmäßiger Gehaltseingang von x Euro, Konto nur online, Genossenschaftsanteile kaufen)?
Schauen Sie sich auch den angebotenen Guthabenzins sowie den Zins für den Dispo/die Kontoüberziehung an und schätzen Sie realistisch Ihren durchschnittlichen Kontostand ein. - Füllen Sie den Kontoeröffnungsantrag aus und geben ihn ab/senden ihn ein.
- Sobald Sie die Kontoeröffnung bestätigt haben, und ihre neue Kontonummer wissen, teilen Sie sie allen relevanten Stellen (Arbeitgeber, Energieversorger, Telefongesellschaft usw.) mit. Fragen Sie ruhig bei Ihrer neuen Bank nach, ob sie das als Service übernimmt, bzw. ob sie Vordrucke dafür hat.
- Lassen Sie am besten zur Sicherheit altes und neues Konto noch einige Zeit (circa 3 Monate) parallel laufen. So vermeiden Sie Fehlbuchungen, falls noch nicht alle betroffenen Stellen Ihre neue Kontonummer kennen. Aber Achtung: wenn der Gehaltseingang wegfällt, berechnen manche Banken eine Kontogebühr - dann sollten Sie den Überlappungszeitraum so kurz wie möglich halten.
- Löschen Sie die Daueraufträge beim alten Konto, und legen Sie sie beim neuen Konto wieder an. Prüfen Sie auch, ob eventuell noch vorterminierte Überweisungen eingestellt sind ... die werden gern vergessen ...
- Wenn alles rund läuft, dann kündigen Sie das alte Konto (für die Auflösung darf die Bank nichts berechnen!), und geben alle Karten durchgeschnitten zurück (durch den Magnetstreifen schneiden!).
Also - worauf warten Sie noch, wenn Sie noch kein kostenloses / preisgünstiges Girokonto haben?
Durchschnittlich zahlen Kunden übrigens um die 60 Euro Kontogebühren pro Jahr, "Spitze" sind dabei die Citibankmit bis zu 375 Euro für die Variante Einzelabrechnung.
Welches das für Sie günstigste Konto ist, können Sie in unserem Giro-Vergleichsrechner schnell herausfinden - individuell nach Ihren Nutzungsbedürfnissen.
Geld-Magazin.de, 17.08.2009




