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Niedrige Zinsen verleiten immer mehr Menschen dazu, vorschnell einen Hauskredit abzuschließen

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Rubrik: Immobilien

 

Immobilienfinanzierungen sind derzeit so günstig wie schon lange nicht mehr. Immer mehr Menschen lassen sich aufgrund der derzeit extrem niedrigen Zinsen zum Kauf oder Bau einer Immobilie verleiten, auch dann, wenn es ihre finanziellen Möglichkeiten eigentlich übersteigt. Bevor man also über einen Hauskredit nachdenkt, sollte man einige Aspekte beachten, damit das Unterfangen Eigenheim nicht zur bösen Überraschung wird.

Banken werben mit unrealistischen Tilgungsraten

Die niedrigen Zinsen laden viele wortwörtlich zum Schuldenmachen ein. Um eine Immobilie zu finanzieren, sind die derzeit möglichen Zinstilgung von unter 2% jedoch viel zu wenig. Banken werben tatsächlich immer öfter mit solch günstigen Immobilienkrediten, die so manch einem zum Verhängnis werden. Wer die Kosten also einfach nur grob überschlägt, kommt schnell auf den Gedanken seine 800 Euro Monatsmiete mit einer monatlichen Tilgung von 800 Euro für ein Eigenheim zu tauschen. Doch so einfach ist die Rechnung nicht.

Diese Problematik war in Deutschland lange Zeit kein großes Thema, da die Banken hierzulande sehr kritisch mit potenziellen Kreditnehmern und deren Kreditanträgen umgingen. In anderen EU Ländern jedoch ist das Problem der billigen Hauskredite schön länger ein Problem, genau wie bei der Immobilienkrise in den USA im Sommer 2007, bei der massenhaft Menschen ihre Immobilie verloren. Massenhaft wurden auch in Spanien, Portugal, Griechenland oder Ungarn Immobilienkredite an Personen vergeben, die keine realistischen Chancen hatten diesen auch zurückzubezahlen.

 

Vorsicht vor Vollfinanzierung

Nicht selten bieten Banken heute sogar Vollfinanzierungen für den Hauskauf an, was den Kauf auch ohne jegliches Eigenkapital ermöglicht. Diese Form bietet sich jedoch ausschließlich für Personen an, die über ein sehr hohes Einkommen verfügen und keine Angst vor einem Jobverlust haben müssen. Andernfalls kann eine solche Vollfinanzierung schnell zum Albtraum werden, dann etwa, wenn sich die Lebensumstände plötzlich ändern. Die Bank hat durch die Hypothek die Möglichkeit das Haus zwangsversteigern zu lassen, für den Kreditnehmer bleibt nicht selten nur die Privatinsolvenz.

 

Kaufpreis nur ein Teil der Kosten

Viele unterschätzen zudem schlichtweg die Nebenkosten und Kosten für die Instandhaltung, die bei einer Immobilie anfallen. Neben dem Kaufpreis fallen Kosten für Makler, Notar und Grundbucheintrag an, die meist gar nicht beachtet werden. Auch die jährlichen Belastungen für Strom, Heizung, Grundsteuer, Abwasser, Müll, Schornsteinfeger und Versicherung finden in der Kalkulation oft keinen Platz. Weiterhin muss man bedenken, dass, wenn die Zinsbindung nach 10 oder 15 Jahren ausläuft, deutlich höhere Zinsen anfallen können. Verlässliche Prognosen zur zukünftigen Zinsentwicklung lassen sich nicht treffen. All diese Gründe sprechen nicht zwangsläufig gegen den Hauskauf, machen aber deutlich, dass die Kalkulation der Kosten und des eigenen finanziellen Spielraums sehr diffizil ist und somit gewissenhaft durchgeführt werden muss um spätere, böse Überraschungen zu vermeiden. Als ein sehr nützliches Werkzeug lässt sich hierfür ein Hauskreditrechner nutzen, um sich einen detaillierten Eindruck von den zu erwartenden monatlichen Belastungen zu machen. Auf dieser Grundlage lässt sich die Entscheidung für oder gegen einen Hauskredit realistisch einschätzen.

 

Realistisch kalkulieren

Für die monatlichen Belastungen lässt sich grob ein Anteil von 30 - 40 Prozent des Nettoeinkommens veranschlagen. Höhere Anteile sind unrealistisch und bergen ein sehr hohes Risiko. Was ist beispielsweise, wenn ein Einkommen aufgrund von Krankheit oder Jobverlust wegfällt? Was, wenn Familienzuwachs das zur Verfügung stehende Budget plötzlich schmälert? Da die Immobilienfinanzierung meist über Jahrzehnte geht, sollte man auch mit genau diesem Zeitpunkt rechnen und nicht nur die derzeitige Situation zur Beurteilung heranziehen.

Auch sollte man in jedem Fall Spielraum einplanen, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können. Wer die Kalkulation "auf naht" durchführt, sprich an der äußersten Grenze des zur Verfügung stehenden Budgets rechnet, nimmt weiterhin in Kauf permanent am Limit zu leben. Ausgaben für Urlaube und Ähnliches sollten durchaus noch im Rahmen des Möglichen sein, um die Zeit der Tilgung nicht zu einem durchgehenden Sparkurs werden zu lassen.

 

Nicht voreilig zuschlagen

Wer also mit einer eigenen Immobilie liebäugelt, sollte diese Aspekte im Hinterkopf behalten und sich nicht voreilig von einem vermeintlich verlockenden Angebot zu einem Abschluss verleiten lassen. Eine eigene Immobilie ist in jedem Fall teurer als es einem auf den ersten Blick suggeriert wird. Nur eine gründliche Kalkulation der Gesamtkosten lässt eine realistische Beurteilung des persönlichen finanziellen Spielraums zu. Es empfiehlt sich in jedem Fall, eine Beratung durch einen Experten in Anspruch zu nehmen, um sich ein detailliertes Bild von den finanziellen Möglichkeiten zu machen. Die dafür anfallenden Kosten sind im Vergleich zu dem Risiko, welches bei einer unrealistischen Finanzplanung anfällt, marginal. Es ist zudem kein Beinbruch den Hauskauf ein wenig hinten anzustellen und erst dann über den Abschluss eines Hauskredit nachzudenken, wenn tatsächlich alle Fragen geklärt sind.

Bildquelle: pixabay


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