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Produkt im Test - Club-Anleihe des 1. FC Nürnberg

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Rubrik: Produkt im Test

 

"Die Legende lebt" - so singen die Fans des 1. FC Nürnberg. Und hoffen auf den Verbleib in der 1. Fußball-Bundesliga. Was das mit Geld zu tun hat? Der 1. FCN, liebevoll "Club" genannt, möchte das Geld seiner Fans. Für eine Anleihe, bei der 6 % Zinsen gezahlt werden. Geld-Magazin.de hat sie unter die Lupe genommen.

Verkaufsprospekt Club-Anleihe 1. FCN

Foto: fcn.de

Auf den ersten Blick klingt das gut: 6 % p.a. Verzinsung. 6 Jahre Laufzeit, Beginn April 2010. Einstieg ab 100 Euro aufwärts. Und für echte "Clubberer" auch noch als Schmuck-Urkunde ... Anlegerherz, was willst du mehr?

Um an weitere Informationen zu kommen, muss man schon etwas auf der Internetseite herumclicken. Oder in den Fanshop gehen. Wobei sich hier die Frage aufdrängt, ob dort eine qualifizierte Anlageberatung erfolgen kann. Dritte Möglichkeit: Man erhält die Anleihe auch bei den Raiffeisenbanken im Nürnberger Umland (u.a. Vereinigte Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg), die Mitinitiator sind.

Produktdetails der Club-Anleihe

Die Zeichnungsfrist läuft vom 10. Dezember 2009 bis 19. März 2010. Nach Zeitungsberichten ist noch sehr viel von den möglichen "bis zu 6 Millionen Euro" übrig, sodass sich entweder die Anleger viel Zeit lassen, oder die Vermarktung nicht gut läuft.

Laufzeit: 1. April 2010 bis 1. April 2016

Es handelt sich nicht um eine klassische Bankeinlage wie Festgeld oder Sparbrief, sondern um ein Wertpapier. Emittent (und damit haftend für die Sicherheit und Rückzahlung) ist der Verein 1. FCN. Mit dem hereingenommenen Geld sollen diverse Investitionen finanziert werden, u.a. ein neues Multifunktionsgebäude mit Nachwuchsbereich, Vereinsmuseum und vieles mehr.

Es ist eine Inhaberschuldverschreibung, hierzu findet sich im Verkaufsprospekt die Erläuterung: "Die Schuldverschreibungen stellen unbesicherte, nicht nachrangige Verbindlichkeiten des Emittenten dar, die untereinander und mit allen anderen unbesicherten und nicht nachrangigen Verbindlichkeiten des Emittenten gleichrangig sind, mit Ausnahme von Verbindlichkeiten, denen durch zwingende gesetzliche Bestimmungen ein Vorrang eingeräumt wird." Das heißt, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Vereins droht Anlegern ein Totalverlust.

Die Club-Anleihe soll auch nicht börsenfähig sein, also nicht an einer Börse gehandelt werden können. Damit kann ein Anleger vor Ablauf der 6 Jahre nicht aussteigen. Ausnahme: Er kann die Anleihe kündigen, wenn die Zinsen nicht rechtzeitig gezahlt werden, oder der Verein zahlungsunfähig ist ... dann kann er aber offen gesagt auch die Chance auf Rückerhalt seines Geldes ziemlich abschreiben.

Gezahlt werden 6 % Zinsen p.a. Aber auch nicht garantiert, es ist "vorgesehen". Falls die Finanzlage des Vereins es zuläßt - nach jetziger Planung wäre es natürlich möglich. Ein Abstieg aus der 1. Liga hätte aber solche gravierenden finanziellen Konsequenzen, dass eventuell eben keine Zinszahlung erfolgen könnte, ein oder mehrere Jahre lang.

Am Laufzeitende soll das angelegte Kapital zurückgezahlt werden - aber wie gesagt immer mit dem Risiko, wie sich die finanzielle Situation des Clubs entwickelt.

Die Anleger können die Club-Anleihe entweder als Globalurkunde (also keine effektiven Stücke, Einlieferung im Depot) oder als effektives Stück (in Papier, Schmuck-Urkunde) zeichnen. Der Nennbetrag beträgt 100 %, die Stückelung 100, 200 und 500 Euro.

Zusatzkosten entstehen

  • in Höhe von 7,50 Euro pro Schuldverschreibung, sofern diese als Einzelurkunde verbrieft bzw.
  • in Höhe von 17,50 Euro, sofern diese als Einzelurkunde verbrieft und mit einem Rahmen versehen wird, sowie
  • gegebenenfalls zzgl. Kosten für Druck, Verpackung und Versandkosten in Höhe von 12,50 Euro bei postalischer Übersendung der ungerahmten Einzelurkunde.

Fazit: Wir sind keine Fußballexperten, aber selbst wir kennen den Ruf des 1. FCN als "Fahrstuhlmannschaft". Als DFB-Pokalsieger abzusteigen, war auch ein Novum. Zur Zeit rangiert er auf einem Abstiegsplatz. Als Geldanlage - vor allem bei risikobewußten Anlegern - ist diese Anleihe nicht zu empfehlen. Es sei denn, man ist Hardcore-Fan und glaubt an "seinen Club". Die Vergangenheit, auch im Hinblick auf die finanzielle Situation beim Club, spricht eine negative Sprache.

Wäre diese Anleihe von Bayern München, würde die Empfehlung "zeichnen" heißen. So kann sie aber nur lauten: Fans sollten sich mit maximal 1.000 Euro beteiligen (oder was sie jeweils als Totalverlust verkraften könnten), möglichst als Schmuck-Urkunde, und auf das Beste hoffen. 

Geld-Magazin.de meint: Als Fanartikel ganz nett, für Anleger mit zuvielen Risiken behaftet                    

(Falls Sie das Bewertungssystem von Geld-Magazin noch nicht kennen, finden Sie eine Erläuterung in den FAQ.)

Link zum Angebot Club-Anleihe 

Geld-Magazin.de, 03.02.2010