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Produkt im Test - PostbankSparCard 3000 plus direkt

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Rubrik: Produkt im Test

 

Die Postbank-Produkte werden gern mit Zinsversprechen beworben, die sich im Test dann als "klarer Fall von zuviel versprochen!" entpuppen. Auch die SparCard 3000 plus direkt? Das wollte ein User wissen und beauftragte Geld-Magazin.de mit dem Test. Gibt es wirklich den "Online-Zinsvorteil mit den vielen Extras"?

Foto: Postbank.de

Klare Antwort: Ja, den Online-Zinsvorteil gibt es. Denn die Kondition beträgt seit 5.2. 1,80 % (vorher: 2 %) p.a. Guthabenverzinsung, unabhängig von der Höhe des Guthabens.

Bei der Postbank SparCard 3000 plus direkt handelt es sich genau genommen um ein Sparkonto mit 3-monatiger Kündigungsfrist. Verfügungen über ein Sparkonto können nach deutschem Recht nur nach Vorlage der Sparurkunde erfolgen, denn per definitionem muss für ein Sparkonto (rechtlicher Begriff) eine Sparukunde ausgestellt werden. Die Postbank stellt für dieses Sparkonto die - namensgebende - SparCard aus, mit der der Kunde dann über sein Guthaben verfügen kann.

Geld holen am Automaten

Und das ist der Schick an diesem Konto: Im Gegensatz zu Tagesgeldkonten kann der Sparer mit der Karte auch an Geldautomaten im In- und Ausland verfügen, dazu natürlich per Telefon oder Internet. Erster Haken: Kostenfrei ist die Geldabhebung am Automaten innerhalb Deutschlands nur an den Postbank-eigenen Automaten (also auch nicht im Verbund der Cash-Group, wie bei den Girokarten) möglich. Zusätzlich und neu ist auch die Abhebemöglichkeit an den Kassen von Shell-Tankstellen. An allen anderen Geldautomaten in Deutschland sowie im Ausland kostet es 5,50 Euro je Abhebung (im Ausland 10 Abhebungen pro Jahr frei).
Und natürlich gibt es auch  bei den Postbank-Filialen Geld am Schalter.

Alle Vorteile und Nachteile eines Sparkontos

Und der zweite Haken der SparCard 3000 plus direkt ist ganz einfach: Es ist ein Sparkonto. Und Verfügungen sind dort - auch wieder per Gesetz - nur innerhalb bestimmter Grenzen möglich. Nämlich vorschusszinsfrei nur, wenn mit Einhaltung der Kündigungsfrist 3 Monate gekündigt wurde. Ansonsten nur 2.000 Euro pro Kalendermonat, oder man muss Vorschusszinsen bezahlen. Diese betragen die Hälfte des jeweiligen Guthabenszinssatzes, für 90 Tage gerechnet. Oder vereinfacht, bei heute 1,80 % Zinsen p.a, macht das 0,225 % Strafzins aus.

Kondition im Vergleich

Die 1,80 % p.a. sind variabel, und werden - wie der Produktname schon sagt - nur bei Direkt-Führung des Kontos gewährt. Also telefonisch oder Internet. Bei der "normalen Sparcard 3000 plus" gibt es weniger Zinsen. Die Mindestanlage ist sympathisch gering, mit 50 Cent. Ein- und Auszahlungen sind jederzeit möglich, Auszahlungen wie erläutert aber ggf. gegen Vorschusszinsen.

Damit steht das Konto im Vergleich zu Tagesgeldkonten. Hier gibt es derzeit am Markt durchschnittlich 1,22 % p.a., gute Anbieter (auch deutsche) liegen auch nur knapp bei 2 %. Vorteil beim Tagesgeldkonto: Man kann immer verfügen, ohne Strafzinsen zahlen zu müssen. Vorteil für die SparCard 3000 plus direkt: Über dieses Konto kann man auch direkt Bargeld abheben, und muss nicht den Umweg "Übertrag von Tagesgeldkonto auf Girokonto, Abhebung vom Girokonto" gehen.

Update: Allerdings hat sich die Marktpositionierung durch die Zinssenkung am 5.2. von vorher 2 % auf 1,80 % doch verschlechtert.

Im direkten Vergleich mit dem Postbank Aktivsparen ist letzteres bei Guthaben über 50.000 Euro besser. Für geringere Sparbeträge, und als Reisezahlungsmittelersatz, ist die Postbank SparCard 3000 plus direkt mit der jetzigen Kondition ein akzeptables Produkt.

Geld-Magazin meint: Dieses Postbank-Produkt hält, was es verspricht.           

(Falls Sie das Bewertungssystem von Geld-Magazin noch nicht kennen, finden Sie eine Erläuterung in den FAQ.)

Link zum Angebot Postbank SparCard 3000 plus direkt

11.01.2010 Geld-Magazin.de, Update wegen Zinssenkung 5.2.2010