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Produkt im Test - Sparkassen Prämiensparen

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Rubrik: Produkt im Test

 

Die Werbung für das Sparkassen Prämiensparen sagt vollmundig: "Je länger, je lieber - so heißt das Motto beim Prämiensparen". Flexibel sparen und steigende Prämien erhalten - hält das Produkt, was es verspricht? Geld-Magazin.de hat es unter die Lupe genommen.

Prämiensparen der Sparkasse im Test: Lohnt es sich?

Beim Sparkassen Prämiensparen handelt es sich im Kern um einen Ratensparvertrag. Sie zahlen monatlich eine feste Rate, erhalten einen Grundzins und abhängig von der Dauer des Sparvertrages eines Prämie. Der Sparvertrag hat keine Mindestl aufzeit, die Höchstlaufzeit beträgt 25 Jahre.

Flexibilität

Diese beschränkt sich auf die Möglichkeit, die monatliche Sparrate herabzusetzen - Aufstocken oder Wiederanheben nach Herabsetzen ist nicht möglich. Sie können mit der Sparrate bis zu 3 Monate in Verzug kommen, und dann alle fälligen nachholen.

Ansonsten ist der Sparvertrag beendet, ebenso mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten. Eine Verfügung ist aber auch ohne Einhaltung der Kündigungsfrist, gegen Vorschußzinsen, möglich. Eine Teilauszahlung beendet den Sparvertrag.

Flexibel ist ansonsten vor allem der Grundzins - den kann die Sparkasse nach inzwischem vom Bundesgerichtshof (BGH) vorgegebenen Regeln ändern. Dabei muss sie sich an einem sogenannten Referenzzinssatz orientieren.

Steigende Prämien 

Mit zunehmender Dauer des Prämiensparvertrages steigt die Prämie, die der Sparer erhält. Geworben mit natürlich mit "bis zu 100 % Prämie" . Dabei bezieht sich die Prämie auf die im jeweiligen Sparjahr geleisteten Einzahlungen. Achtung: Beendet der Sparer den Prämiensparvertrag mitten im Jahr, dann entfällt die Prämie für dieses Jahr.

Sonstige Gebühren und Kosten entstehen nicht. Soweit, so halbwegs überschaubar und praktisch. Als Spareinlage ist das Guthaben auch abgesichert.

Konditionen

Entscheidend sind die Konditionen. Die kann jede Sparkasse selbst für ihr jeweiliges Angebot kalkulieren. Für unser Produkt im Test haben wir die Konditionen des aktuellen Prämienspar-Angebotes der Sparkasse Nürnberg geprüft.

Der Grundzins beträgt derzeit 0,25 % p.a. Die Prämie ist gestaffelt und beträgt

  • nach 3 Jahren 2 %
  • nach 4 Jahren 4 %
  • nach 5 Jahren 5 %
  • nach 6 Jahren 6 %
  • nach 7 Jahren 7 %
  • nach 8 Jahren 10 %
  • nach 9 und 10 Jahren 15 %
  • nach 11 und 12 Jahren 20 %
  • nach 13 und 14 Jahren 25 %
  • nach 15 bis 17 Jahren 30 %
  • nach 18 und 19 Jahren 40 %
  • nach 20 bis 22 Jahren 50 %
  • nach 23 und 24 Jahren 75 %
  • und nach 25 Jahren die beworbenen 100 %.

Wie gesagt, die Prozentzahlen beziehen sich immer auf die Sparbeiträge im jeweiligen Sparjahr. Die Prämie selbst wird dann in den kommenden Jahren jeweils mitverzinst. Die Prämientabelle selbst findet man leider im Internet nur über den Trick, dass man ein Konto online eröffnen möchte - spätestens dann müssen die Bedingungen des Sparvertrages zur Verfügung gestellt werden. Vorher steht zwar viel da, aber leider eben nicht die Prämienstaffelung - schade.

Die Berechnung des Grundzinses und die des Referenzzinssatzes werden bei der Sparkasse Nürnberg schön ausführlich erklärt .... und jeder, der eine Banklehre hat, bzw. sich in Zinsrechnung, Kalkulation usw. auskennt, kann es auch gut nachvollziehen ....

Rechnen wir das Ganze einmal anhand eines Beispiels (vor Abgeltungssteuer) durch: 50 Euro, Sparzeit 10 Jahre. Dann haben Sie 6.000 Euro eingezahlt, erhalten 78,22 Euro Zinsen und 378 Euro Prämie. Das macht eine Rendite p.a. von 1,45 % aus!

Halten Sie die ganzen 25 Jahre durch, dann haben Sie 15.000 Euro eingezahlt, erhalten 545,75 Euro Zinsen und 4.338 Euro Prämie. Denn die Prämie steigt ja in den letzten Laufzeitjahren erst so richtig an. Nichsdestotrotz bleibt die Rendite mickrig: 2,18 % p.a.

Zusätzlich muss man ins Kalkül ziehen, dass die wenigsten Sparer diese lange Sparzeit durchhalten - bei den meisten ist nach 7 Jahren Schluss. Und für diese Laufzeit beträgt die jährliche Rendite 1,16 %.

Wenn Sie Prämienspar-Angebote anderer Sparkassen (mit abweichenden Zins- und Prämiensätzen) selbst prüfen möchten, so können Sie dies mit dem Renditerechner von FMH leicht nachrechnen.

Fazit: Die Rendite (auf Basis der jetzigen Konditionen) ist ein - schlechter - Witz. Da erhalten Sie auf jedem Tagesgeldkonto mehr. Und wenn Sie lange Sparzeiten bevorzugen (zum Beispiel für den Enkel bis zur Volljährigkeit), dann sind Fondssparpläne definitiv die bessere Wahl.

Geld-Magazin.de urteilt: Dieses Prämiensparen kriegt keine Prämie.        

(Falls Sie das Bewertungssystem von Geld-Magazin noch nicht kennen, finden Sie eine Erläuterung in den FAQ.)

Link zum Angebot Prämiensparen Sparkasse Nürnberg 

Hier geht es zu den Vergleichsrechnern auf Geld-Magazin.

Geld-Magazin.de, 26.04.2010