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Erneuerbare Energien und ihre Heizwerte

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Rubrik: Klimaschutz

 

Der Mensch hat es gern schön warm. Wurde viele Jahrzehnte nur mit fossilen Brennmaterialien geheizt, so nimmt das Heizen mit Brennstoffen aus erneuerbaren Energien immer mehr zu. Welche Heizmaterialien gibt es eigentlich, wie sind ihre Brennwerte im Vergleich?

Oft wird auch der Begriff "Biomasse" verwendet, als Synonym für regenerative Brennstoffe. Das sind zum Beispiel Holz, aber auch Trester, Stroh, Getreide usw.

Holz als Brennstoff

Stückholz
Holzscheite zwischen 25 und 50 cm, ofenfertig. Brennwert: Nadelholz 4,4 bis 4,5 kWh/kg, Laubholz etwas geringer mit 4 bis 4,3 kWh/kg.

Holzpellets
Pellets sind gepreßte, zylinderförmige kleine Teilchen aus Sägemehl, Hobelspänen und naturbelassenem Holz, circa 2 cm lang und 6 mm im Durchmesser (sie sehen ein bißchen aus wie Tierfutter). Ihr Vorteil: Geringer Lagerraumbedarf. Durch die Pressung haben sie einen höheren Brennwert als Stückholz: 4,9 bis 5,4 kWh/kg.

Holzhackschnitzel
Aus Restholz (Industrieholzgewinnung, Sägewerke, Forstabfälle) gewonnene klein gehackte Schnitzel. Höherer Raumbedarf zur Lagerung als Pellets. Brennwert: 5,2 kWh/kg.

Schnell wachsende Hölzer wie Aspe, Pappel, Erle und Weide werden inzwischen auch auf Plantagen extra gezüchtet, um dann zur Energienutzung zu Schnitzel oder Pellets verarbeitet zu werden.

Weitere Biomasse-Brennstoffe

Rapspresskuchen
Bei der Herstellung von Rapsöl fällt dieses Abfallprodukt an, zur Verbrennung nur geeignet bei einem Restölgehalt von mindestens 12 %. Brennwert: 7,7 kWh/kg.

Strohpellets
Zusammengepresste Zylinder aus stark zerkleinertem und befeuchtetem Stroh. Der Brennwert liegt bei 4,8 kWh/kg.

Getreide
Geeignet sind Gerste, Weizen oder Roggen, Maximalfeuchtegehalt 14 %. Brennwert: ähnlich wie Laubholz, 4 kWh/kg. 

Miscanthus
Das ist Chinagras, eine schnell wachsende Pflanzenart, die auch zu Pellets verarbeitet wird. Brennwert 4,9 kWh/kg.

Fossile Brennstoffe im Vergleich

Heizöl
Es gibt unterschiedliche Studien und Berechnungen. Meist geht man aber davon aus, dass die Erdölvorräte der Erde bis zum Jahr 2030 erschöpft sind - und damit auch das Heizöl. Der Brennwert ist bekanntlich sehr hoch: 11,1 bis 11,9 kWh/kg.

Erdgas
Ähnlich hoher Brennwert, mit 9,4 bis 11,8 kWh/kg.

Beide Brennstoffe sind im Vergleich zu Pellets teurer. Vor allem Gas mit circa 7 Cent Heizkosten je kWh liegt weit über Holzpellets mit 4,2 Cent je kWh (Quelle: Deutsches Pelletinstitut, Mai 2009).

Und bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entsteht wesentlich mehr dem Klima schädliches Kohlendioxid, als bei bei Biomasse.

Eine Holzpelletanlage kostet circa 12.000 Euro, eine Solaranlage ab 4.000 Euro, jeweils für ein Einfamilienhaus. Der Umstieg / die Anschaffung kann auch mit Fördermitteln unterstützt werden.

Das EE(Erneuerbare Energien)Wärme-Gesetz verpflichtet übrigens Bauherren, bei Neubauten ab dem 1. Januar 2009 (Stichtag für Stellung des Bauantrages) einen bestimmten Anteil erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung einzusetzen. Die Kosten trägt der Eigentümer, Fördermittel von 500 Mio. Euro p.a. stehen zur Verfügung.

Geld-Magazin.de, 06.09.2009

 


gedruckt am  11.07.2020