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Großanleger setzen auf Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit ist bei zwei Drittel aller Investoren zumindest im deutschsprachigen Raum offensichtlich ein wichtiges Kriterium für ihre Anlageentscheidungen. Am 30.06.2011 waren in Deutschland, der Schweiz und Österreich 363 Publikumsfonds zugelassen, die nachhaltige Kapitalanlagen vertreiben, das gesamte Investitionsvolumen betrug 34 Milliarden Euro.

Großanleger setzen auf Nachhaltigkeit © Union Investment

© Union Investment

Auch ein durch Union Investment ermittelter Stimmungsindex spiegelt den Trend zur Nachhaltigkeit wider: Dieser legte im vergangenen Jahr um 22 Punkte zu.

Unterschiede bei Anlegergruppen

Es gibt durchaus verschiedene Motive bei einzelnen Investorengruppen. So weisen kirchliche Einrichtungen und Stiftungen eine Nachhaltigkeitsquote von 73 Prozent aus und liegen damit an der Spitze, Pensionskassen, Versicherungen und Banken hingegen sind unterdurchschnittlich in nachhaltige Kapitalanlagen investiert. Und noch immer beachtet etwa ein Drittel der institutionellen Investoren das Thema gar nicht. Leugnen lässt es sich jedoch nicht mehr.

Anlagepolitik der Stiftungen

Entwicklungs- und Umweltstiftungen, die als Investoren bei ihren Kapitalanlagen auf Nachhaltigkeit setzen, müssen dazu Kriterien entwickeln. Die Stiftungen legen ihre Vermögen offen, die Entscheidungen sind also ersichtlich. Einige Stiftungen haben die Nachhaltigkeit in ihren Satzungen festgeschrieben, andere nicht. Oft wird von Fall zu Fall bei Kapitalanlagen nach ethischen und ökologischen Aspekten entschieden. Das gelingt allerdings unterschiedlich gut, denn wenn keine Anlageziele in der Satzung formuliert sind, kann eine Anlageentscheidung auch dem Gutdünken von Einzelpersonen überlassen bleiben. Viele Stiftungen haben das Problem erkannt und sind dabei, ihre Satzungen entsprechend zu überarbeiten. Der Hintergrund: Wichtige Stiftungen sind in den 1980er Jahren entstanden, das Thema Nachhaltigkeit bei Kapitalanlagen spielte damals noch kaum eine Rolle. Erst etwa seit Ende der 1990er Jahre ist es allmählich ins Bewusstsein breiter Kreise gelangt, inzwischen hat es die Großinvestoren erreicht. Dennoch sind Kirchen und Stiftungen bislang Vorreiter, die Stiftung Weltbevölkerung etwa strebt inzwischen einen Anteil von drei Vierteln aller Investments in nachhaltige Kapitalanlagen an.

Gewinne mit Nachhaltigkeit

Dass die Investition in nachhaltige Fonds nicht nur aus ökologischen Erwägungen, sondern mit wirtschaftlichem Sachverstand erfolgt, zeigen die Gewinne einzelner Fonds. Insbesondere im Bereich Solar werden jährliche Ausschüttungen ab sieben Prozent mit Steigerungen bis in den zweistelligen Bereich im Verlauf von fünf bis 10 Jahren prognostiziert, das schlägt oftmals Immobilienfonds. Anleger können Renditen von rund 150 Prozent erwarten, über sechs bis sieben Jahre gerechnet, wenn sie am Schluss die Fondsanteile veräußern. Das verwundert nicht, denn umweltfreundlichen Technologien wird eine glänzende Zukunft vorausgesagt. Aus diesen Erwägungen heraus verwundert es, dass Versicherungen und Pensionsfonds nicht stärker in das grüne Thema investieren. Vielleicht hat hier das Umdenken gerade erst begonnen.

Geld-Magazin.de, 31.08.201


gedruckt am  13.07.2020