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Investmentfonds

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Investmentfonds investieren in bestimmte Anlagen, die oft nach Themen gewählt werden, beispielsweise nach bestimmten Branchen, nach Rohstoffen oder Aktien oder auch nach Regionen. Es gibt sie in zwei Formen, als offene und geschlossene Investmentfonds.

Investmentfonds © ChaotiC_PhotographY - Fotolia.com

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Anlagestrategie bei Investmentfonds

Ein geschlossener Fonds wirbt das Geld der Kapitalanleger in der Zeichnungsphase ein, dann wird der Fonds geschlossen, ein weiterer Erwerb von Anteilen ist im Gegensatz zu offenen Fonds prinzipiell nicht mehr möglich. Allerdings werden Anteile an geschlossenen Fonds in jüngster Zeit auf dem Zweitmarkt gehandelt, weil es das Bedürfnis bei Käufern und Verkäufern gibt. Die ursprüngliche Intention geschlossener Fonds ist die sehr langfristige Geldanlage bei erhofftem stetigem Wertzuwachs, die Laufzeiten sind über Jahre und manchmal über Jahrzehnte konzipiert.

Steuerliche Behandlung von Investmentfonds

Das Fondsmodell selbst wurde in der Vergangenheit auch aus steuerlichen Gründen entworfen. Ein geschlossener Fonds investiert beispielsweise in Immobilien oder in den Schiffbau, mit dem Kapital der Anleger wird das Anlageobjekt erworben, das später Rendite erwirtschaftet und den Anlegern eine Dividende sowie einen Wertzuwachs ihrer Anteile verspricht. Die Anfangsinvestitionen konnten bis zum Jahr 2005 in Deutschland steuerlich komplett als Verlust vorgetragen werden, auch daher waren die Fonds sehr beliebt. Diese Regelungen wurden aber sukzessive abgeschafft, da durch die steuerliche Behandlung einige sehr riskante Modelle entworfen wurden, beispielsweise im Medienbereich, die der Staat über die Verlustzuweisung nicht länger mittragen wollte. Inzwischen werden sämtliche Investmentfonds in Deutschland nach dem Transparenzprinzip in ihren Gewinnen, auch den thesaurierten (wieder angelegten) Gewinnen, der 25-prozentigen Abgeltungssteuer unterworfen. Daher ist die Anlage in geschlossene oder offene Fonds, bei denen ständige Anteile gehandelt werden, steuerlich nicht mehr zu unterscheiden. Der Anleger erwirbt Anteile in der Hoffnung auf Dividendenausschüttung und einer Wertsteigerung, die er bei Veräußerung realisieren kann.

Handel mit Fondsanteilen

Fondsanteile werden von den Fondsgesellschaften direkt oder über Kapitalanlagegesellschaften gehandelt, bei offenen Fonds auch direkt an Börsenplätzen. Die Anteile unterliegen Stückelungen, oft 10.000 Euro, manchmal etwas weniger (5.000) Euro. Zum Erwerb wird ein Agio aufgeschlagen, in der Regel fünf Prozent, beim Zweithandel von Anteilen an geschlossenen Fonds meist nur 2,5 Prozent. Der Handel mit offenen Fonds wird schon immer von der BaFin überwacht, bei geschlossenen Fonds beginnen sich ähnlich strenge Regeln durchzusetzen. Die Wertentwicklung der Fonds kann über Charts an Börsenplätzen oder über Veröffentlichungen der Fondsgesellschaften beobachtet werden. Bei Neuauflage eines Fonds wird die Wertentwicklung gewöhnlich prognostiziert, sie ergibt sich aus der erwarteten Rendite des Anlageobjektes (beispielsweise den Gewinnen, wenn eine erworbene Immobilie marktüblich zu 80 Prozent vermietet wird). Dennoch können diese Prognosen nicht sicher sein, der Anleger trägt ein Verlustrisiko.

Wertentwicklung von Aktienfonds

Aktienfonds können wie alle Anlagen auch an Wert verlieren, die Fondsmanager versuchen dem durch Diversifizierung entgegenzuwirken. Top Fonds erzielen teilweise beträchtliche Wertzuwächse, so der JPM GLOBAL TELETECH (WKN: A0JKBC), der im letzten Jahr über 110 Prozent zulegte. Bei anderen erfolgreichen Fonds waren es 20 bis 30 Prozent. Im Rohstoffbereich legten einige Edelmetallfonds in Bereichen um 250 - 300 Prozent innerhalb von ein bis zwei Jahren zu. Grundsätzlich ist die Anlage in einen Aktienfonds auf insgesamt steigende Märkte ausgerichtet, das heißt, vor einem Crash sind die Fonds nicht geschützt. Die Verluste werden aber durch Stopploss-Orders begrenzt, oftmals bei etwa 80 Prozent des Nettowertes.

Geld-Magazin.de, 07.09.2011


gedruckt am  13.07.2020