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Entspannt im Ruhestand - Altersarmut vermeiden

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Mehr als jeder fünfte Rentner könnte künftig ins Armutsrisiko rutschen: Das klingt dramatisch. Wenn eine solche Botschaft auch noch mit dem Siegel der doch so seriösen Bertelsmann-Stiftung verbreitet wird, erhält sie zusätzliches Gewicht. Werden wir Deutschen also alle im Alter am Hungertuch nagen?

Ganz klar, nein. Gerade einmal jeder 33. Rentner bezieht nach Zahlen des Arbeitgeberverbands tatsächlich Leistungen aus der Grundsicherung. Allerdings, das Rentenniveau sinkt.

Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden künftig geringer ausfallen. Das liegt unter anderem an der sinkenden Geburtenrate und der wachsenden Zahl an Rentnern. Das Renteneintrittsalter soll bis zum Jahr 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Wenn Sie sich jedoch vorzeitig zur Ruhe setzen wollen, fällt Ihre Rente aufgrund von Abzügen geringer aus.

Die voraussichtliche Höhe können Sie der Renteninformation entnehmen, die die Deutsche Rentenversicherung einmal pro Jahr postalisch an alle Versicherten schickt, die mindestens 27 Jahre alt sind und fünf Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Bei dem angegebenen Betrag in der Renteninformation handelt es sich allerdings um die Bruttorente, von der noch Sozialabgaben und Steuern abgehen.

Menschen, die einen Handwerksberuf ausüben, viele Beschäftigte im Handel oder Arbeiter ohne Berufsausbildung: Sie alle eint die Tatsache, dass sie mit ihrem Gehalt zwar meist über die Runden kommen, von der staatlichen Rente allein aber nicht leben können, auch wenn sie jahrzehntelang in die Rentenkassen eingezahlt haben. Als armutsgefährdet gelten Personen, deren monatliches Nettoeinkommen unter 905 Euro liegt.

Angesichts des sinkenden Rentenniveaus in Deutschland fragen sich viele, wie sie Altersarmut vermeiden können. Das LVBet Angebot wahrzunehmen, bringt in jedem Fall eine Menge Spaß und Gewinnmöglichkeiten gibt es auch.

Vielmehr ist es nötig, sich frühzeitig um eine private Altersvorsorge zu kümmern.

Woran erkenne ich, dass ich betroffen bin?

Ein Anhaltspunkt sind die Rentenbescheinigungen der Deutschen Rentenversicherung. Die regelmäßig zugeschickten Berichte geben Auskunft über die voraussichtliche Rente. Es sind zwar nur Prognosen, aber: Steht dort als zu erwartende Monatsrente eine dreistellige Zahl, sollte man unbedingt etwas unternehmen. Das jetzige Einkommen ist ein weiterer Indikator: Ein Durchschnittsverdiener mit einem Monatsbruttogehalt von knapp 3.100 Euro, fällt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in die Altersarmut. Zumindest nicht, wenn er den Großteil seines ganzen Arbeitslebens den Durchschnittslohn bekommt und mindestens 35 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlt.

Insgesamt sollte man sich fragen: Wie viele Jahre werde ich wohl insgesamt im Job verbringen und Rentenbeiträge zahlen? Und wie viele Jahre habe ich vielleicht aufgrund von Kindererziehung, Auszeiten oder Arbeitslosigkeit nicht gearbeitet? Bekomme ich mal eine zusätzliche Betriebsrente? Erbe ich eventuell eine Immobilie?

Wie kann ich Altersarmut vorbeugen?

Das Wichtigste ist: Man sollte dafür sorgen, dass man eine gute Ausbildung bekommt und diese auch abschließt. Außerdem sollte man möglichst durchgängig in Vollzeit arbeiten – auch wenn es attraktiv klingt, für einige Jahre mal eine 60- oder 80-Prozent-Stelle anzunehmen, weil das die „Work-Life-Balance“ verbessert. Wer als Mann mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, rutscht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in die Altersarmut. Frauen dagegen sind selbst mit mehr als 40 Berufsjahren noch von Altersarmut bedroht, was an ihrem durchschnittlich niedrigeren Einkommen liegt. Die beste Altersvorsorge ist, sich nicht nur auf die gesetzliche Rente zu verlassen, sondern auch selbst aktiv zu werden.

Der frühe Vogel…

Es ist empfehlenswert, frühzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen. Um Armut im Rentenalter zu vermeiden, gibt es private Vorsorgemöglichkeiten. Dazu zählt die Riester-Rente, bei der Sie der Staat mit Zulagen unterstützt. Gleichzeitig können Versicherte von Steuervorteilen profitieren. Ab Rentenbeginn erhalten Sie neben den Zahlungen aus der regulären Rentenkasse lebenslang garantierte Leistungen durch Ihre Riester-Rente. Auch eine betriebliche Altersvorsorge ist eine gute Möglichkeit, um Altersarmut zu vermeiden. Denn als Arbeitnehmer haben Sie einen gesetzlichen Anspruch darauf. Eine Form der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung ist zum Beispiel die Direktversicherung. Mit dieser Zusatzrente sparen Sie außerdem Steuern und Sozialabgaben.

Sparen, sparen, sparen

Besonders eignet sich auch ein automatischer Sparplan, der einen bestimmten Betrag auf ein Unterkonto oder Fondsdepot überweist. Wenn man als 20-Jähriger damit beginnt, reichen erst einmal 25 bis 50 Euro im Monat. Damit lässt sich bis zur Rente bereits eine große Summe aufbauen, was am Zinseszinseffekt liegt. Wer dagegen erst Mitte 40 auf die Idee kommt zu sparen, muss überproportional mehr zurücklegen – nämlich mehrere hundert Euro im Monat. Eine Faustregel ist: Mindestens zehn Prozent des Nettoeinkommens sollte man stets für die Altersvorsorge zurücklegen. Und unbedingt durchhalten – es nützt nichts nach fünf Jahren die Strategie zu ändern oder zwischenzeitlich mit dem Sparen auszusetzen. Jedes Kleinvieh macht Mist, aber es wird nur ein großer Batzen daraus, wenn man es lange genug auf einen Haufen wirft.


gedruckt am  05.03.2021